Die Stadt besitzt recht viel Land

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Grenchen. Flugaufnahme 1951.

Bereits in den 1960er Jahren liess sich die Gemeinderatskommission Pauschalkredite geben, für welche sie in eigener Verantwortung wichtig erscheinende Grundstücke erwerben konnte. Diese Regelung hat sich bewährt.

In den 60er Jahren arbeiteten die Behörden Grenchens konsequent am Ausbau der Infrastrukturen für ein Gemeinwesen von rund 30'000 und mehr Einwohnern. Diese Planungsziele waren nicht aus der Luft gegriffen, sondern entsprachen der damals allgemein gültigen Lehre. Man sprach in jener Zeit von Konjunkturdämpfung und sorgte für eine langsamere Gangart der wirtschaftlichen Ausweitung. – Man wusste noch nichts von der Rezessionen der 70er und 80er Jahre, und vor allem konnten die Planer von damals die raschen gesellschaftlichen Veränderungen noch nicht erkennen. Wer beispielsweise an Versammlungen vor allem an Parteiversammlungen der Sozialdemokraten warnend von der Weltwirtschaftkrise und deren Folgen für Grenchen sprach und die Befürchtung äusserte, solches könnte sich jederzeit wiederholen, wurde nicht ernst genommen. Weshalb auch!

Landreserven – das Zauberwort!

Ganz verhallten die Warnungen der alten Arbeiter und anderer Kreise nicht. Die Wirtschaftskrise vor dem Zweiten Weltkrieg war ein tiefes gemeinsam durchgestandenes Erlebnis, dass den Charakter der Grenchnerinnen und Grenchner aller gesellschaftlichen Schichten geprägt hatte. In der Behörde sorgte man sich unter diesen Vorzeichen vor möglichen Auswirkungen einer wirtschaftlichen Monokultur. So sind verschiedene Pläne zu verstehen. Man sprach damals von einem thermischen Kraftwerk in Staad. Die Brennstoffe sollten per Schiff auf der schiffbar gemachten Aare ins Werk gebracht und etwas weniges westlich der heutigen Aarebrücke im Hafen Grenchen gelöscht werden. Es wurde festgestellt, dass mit grosser Sicherheit der Schwefelausstoss des Kraftwerkes die Uhrenbestandteile in Mitleidenschaft ziehen würde und verzichtete. Man sprach von der möglichen Ansiedlung chemischer Industrien. Hinter all diesen mehr oder weniger konkreten Gerüchten und Vorschlägen aber stand die Ueberzeugung, dass die Wirtschaft unserer Stadt nicht auf einem, sondern auf mehreren Beinen stehen müsste. Man wollte deshalb bereit sein und im entscheidenden Augenblick neue Industrien ansiedeln können. Dafür aber mussten die Voraussetzungen geschaffen werden. Die Stadt sollte potentielle Neuansiedler Land zur Verfügung stellen können. Mit einem Beschluss der Gemeindeversammlung wurde der Instanzenweg bei Landkäufen derart verkürzt, dass die GRK rasch und vor allem abschliessend handeln konnte. Dieses Modell wurde vom damaligen Stadtammann Eduard Rothen forciert und von der Behörde sowie der Gemeindeversammlung voll mitgetragen. Richtigerweise wurden nicht nur Grundstück zur Ansiedlung neuer Industriebetriebe erworben, sonder wie etwa im Haldenquartier Land für neue Einwohnerinnen und Einwohner. In dieser Phase stellte die Bürgergemeinde Bauwilligen Land auf dem Eichholzhügel im Baurecht zur Verfügung. – Die geäufneten Landreserven, so war die ungeteilte Meinung der Behörden, sollten natürlich auch zur Realisierung von Infrastrukturprojekten eingesetzt werden.

So war der Stand Ende 2004

Die Stadt hat je nach möglichem Verwendungszweck die Landreserven im „Finanzvermögen“ oder im „Verwaltungsvermögen“ verbucht. Je nach Entwicklung können die Grenzen in eher kleinem Ausmasse fliessend sein. Das „Finanzvermögen“ umfasst Grundstücke, die ohne Belastung der Infrastruktur auf den Markt geworden werden könnten. Grundstücke im „Verwaltungsvermögen“ dagegen sind wie beispielsweise Turnanlagen bei den Schulhäusern, Strassenflächen, Parkplätze etc. nicht ohne weiteres handelbar. Am Ende des vergangenen Jahres umfasste das Finanzvermögen Grundstücke im Gesamtumfang von 6'500 Aren (= 650'000 m2). Ihr Buchwert wird mit 42.715 Mio. Franken angegeben. Diese Summe entspricht einem Quadratmeterpreis von 65.70 Franken. Im Verwaltungsvermögen befinden sich weitere 4'935 Aren (= 493'500 m2). Ihr Wert wird noch mit 18.311 Mio. Franken angegeben. Diese Summe entspricht einem Quadratmeterpreis von 37.10 Franken. Im Verlaufe des Jahres wurden auf dem Konto des Eichholzschulhauses Abschreibungen von 0.146 Mio. und beim Kastelsschulhaus weitere 0.5 Mio. vorgenommen. Sofort abgeschrieben wurden die Auslagen von 0.250 Mio. für die neue Flutlichtanlage im FC-Stadion.

Quellen

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