Witischutzzone: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 9. November 2015, 20:28 Uhr

Die Witischutzzone ist eine kantonale Landwirtschafts- und Schutzzone nördlich des Flusses Aare zwischen Grenchen und Solothurn. «Witi» ist Solothurner Dialekt und gleichbedeutend mit «Weite».

Die Zone wurde im Jahr 1994 gesetzlich errichtet. Sie liegt in einem Gebiet von landschaftlicher Schönheit, ist ein Zugvogel- und Wasservogel-Reservat von internationaler Bedeutung und beherbergt die Hasenkammer der Schweiz, eine überdurchschnittlich grosse Hasen-Population. Der grösste Bereich davon ist die Grenchenwiti. Die Schutzzone darf landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Auch im Bereich Freizeitaktivitäten bestehen Nutzungskonflikte, die regulatorisch im Sinne eines Kompromisses (Konzentration der Erholungsnutzung) zu lösen versucht werden. In gewissen Gebieten hat der Schutz der Natur Vorrang, es wird versucht, dies konsequent durchzusetzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Witi-Landschaft ist ursprünglich ein Produkt der letzten Eiszeit, wo das ganze Gebiet durch den Rhonegletscher mit Eis bedeckt war. Als dieser sich bei Erwärmung zurückzog, entstand vor rund 12'000 Jahren der Solothurner See, dessen Spiegel rund 20 Meter über der heutigen Witi lag. Beim Rückzug des Solothurnersees blieb nebst der Aare die Witi als dessen Seegrund zurück. Bis zur Juragewässerkorrektion war das Gebiet eine häufig überflutete Auen- und Sumpflandschaft, wo Landwirtschaft nur unter erschwerten Bedingungen möglich war.

In den 1960er Jahren bestand für eine gewisse Zeit die Absicht, in der Grenchner Witi bei Staad ein thermisches, ölbefeuertes Kraftwerk zu erstellen.

Beim Bau der Autobahn A5 konnte nach langen Debatten erreicht werden, dass die Grenchenwiti weitgehend untertunnelt wurde.

Ornithologie[Bearbeiten]

In der Zeitspanne 1980 bis 1995 wurden In der Witi 97 Brutvogel-Arten, wovon deren 37 auf der Schweizer Roten Liste der aussterbenden Arten standen, sowie 150 Durchzieher- und Wintergast-Arten beobachtet. Aufgrund der häufigen Wasserlachen im Kulturland entwickelte sich die Witi zum drittwichtigsten Limikolen-Rastplatz der Schweiz. Bemerkenswert ist, dass auch relativ häufig, vorzugsweise im Frühling, der majestätische Fischadler als Durchzieher beobachtet wird; einzelne der Vögel übernachten sogar auf Uferbäumen der Aare. Unregelmässiger Durchzieher ist zudem der Schwarzstorch, wobei sich die Tiere gelegentlich und vorübergehend im Weißstorch-Gehege der Storchensiedlung Altreu aufhalten. In der Altreuer Witi hält sich als Brutvogel vielfach auch die durch ihren sehr schönen Gesang auffallende Nachtigall auf.

Quellen[Bearbeiten]

  • Repla (Regionalplanung) Solothurn und Umgebung/Repla Grenchen-Büren: Damit der Aareraum seine Attraktivität für alle bewahren kann, Broschüre.
  • Verein Für üsi Witi (c/o Pro Natura): Die Witi - eine einmalige Landschaft, Broschüre.
  • W. Christen: Die Vogelwelt der Aareebene westlich von Solothurn, in: Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Solothurn, Heft 37

Weblinks[Bearbeiten]


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