Mann-Los-Stein: Unterschied zwischen den Versionen

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Noch liegt der sogenannte ''Mann-Los-Stein'' mit der eingemeisselten Jahreszahl [[1650]] am Altweg oder "Alten Weglein", unweit der Einmündung in den Unterschlagweg.
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#REDIRECT [[Mannlosstein]]
Werner Strub erzählt in seinem [[Heimatbuch Grenchen | Heimatbuch]], wie der Stein mit der Geschichte eines aussätzigen Söldners aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Dreißigjähriger_Krieg Dreissigjährigen Krieg] zusammenhängen soll:
 
<blockquote><div style="text-align:justify;">Der kürzeste Weg auf den Stierenberg ist der sogenannte «alte Weg». Bevor er in die Bergstrasse einmündet, sieht man rechts einen ziemlich grossen Granitblock. Er trägt die Jahreszahl 1650, die tadellos leserlich ist. Mit diesem Findling hat es folgende Bewandtnis. Hier in der Nähe lebte ein Mann, der eine gefährliche ansteckende Krankheit hatte. Er wurde an diesen einsamen Ort abgeschoben, damit er seinen Mitbürgern nicht gefährlich werde. Den Aussagen nach soll er ein Reisläufer gewesen sein, der mit dem furchtbaren Aussatz zurückkehrte. Selbstverständlich musste er auch verpflegt werden. Täglich wurde ihm das Nötige vom Dorfe aus gebracht. Aus Furcht vor Ansteckung waren die Ueberbringer besorgt, jedwelche Berührung mit dem armen Ausgestossenen zu vermeiden. Sie stellten daher den Proviant jeweilen auf den betreffenden Granitblock und riefen «Mann los», zum Zeichen, dass er das Gebrachte abholen solle. Sofort verschwanden dann die Ueberbringer und er holte es ab.<br>
 
Das Aeussere des Einsiedlers soll nicht gerade den vertrauenerweckendsten Eindruck gemacht haben, was man sich bei einer solchen Vernachlässigung denken kann. Es war ein regelrechter Waldmensch. Um die Nachwelt an seine einstige traurige Existenz zu erinnern, hat er die Jahreszahl 1650 in den harten Granitblock eingemeisselt. Furchtsame wollen noch längere Zeit den Rufnamen gehört haben.</div></blockquote>
 
 
 
[[File:Mann-los-Stein.jpg|600x800px]]<br>
 
Die Jahreszahl 1650 ist in dem hellen Feld noch sichtbar. Reste roter Farbe weisen darauf hin, dass die Zahlen früher rot bemalt waren.
 
 
 
== Quellen ==
 
* Strub, Werner: ''Heimatbuch Grenchen: die vergangenen Jahrhunderte bis in die Gegenwart''. Solothurn: Vogt-Schild, 1949, S. 525.
 

Aktuelle Version vom 27. April 2020, 10:00 Uhr

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