Schwimmbad

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Schwimmbad Grenchen[Bearbeiten]

Lageplan Gartenschwimmbad, ca. 1956.
Plakat Badifest vom 8. Juli 2006: 50 Jahre Schwimmbad Grenchen.

Die Stadt Grenchen besitzt eines der schönsten Garten-bzw. Schwimmbäder der Schweiz. Diesen Titel stützt sich zum einen auf die sehr grosszügig Anlage, zum anderen weil es eine klare und ansprechende architektonische Sprache besitzt. Die damaligen Planer gaben sich sehr grosse Mühe und achteten auf noch so kleine Details. Das Schwimmbad ist ein Kind seiner Zeit, es ist ein typischer Bau der 50er Jahre. Ein Besuch lohnt sich, trotz zahlreichen Eingriffen zu ungunsten des Baus, auch wenn man sich nicht im kühlen Nass erfrischen will. Der Bau besitzt architektonische Vorzüge, aber auch mit einigen baulichen Mängeln. Die Realisierung basiert auf einem neuen Selbstverständnis und es ist ein Symbol für ein neues Freizeitverständnis ist.

Noch zu Beginn der 50er Jahre mussten die Grenchnerinnen und Grenchner, um ein erfrischendes Bad zu nehmen, die Witi durchqueren. Rund drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lag die Aare. Doch nach dem beschwerlichen Weg erwartet der Besucher statt Erholung und Entspannung ein fliessendes und unberechenbares Gewässer. Zum Schwimmen lernen war die Aare nicht an jeder Stelle geeignet. Entsprechend forderte der Fluss jährlich seine Opfer.

Zu einer aufstrebenden und modernen Stadt gehörte ein Schwimmbad, so die damalige Vorstellung. Unterstützt wurde dieses Bild auch durch die Tatsache, dass sich nach dem 2. Weltkrieg das Freizeitverhalten langsam aber sicher veränderte. Sich treffen können ohne einem Verein anzugehören, Raum zur Verfügung zu haben, wo man sich sportlich austoben konnte, das waren die neuen Wünsche. „Mit der Eröffnung des Schwimmbades im Brühl hat die Gemeinde Grenchen in ihrer unaufhaltsamen Entwicklung wiederum einen Meilenstein erreicht, der den Begriff industrielle Kleinstadt abschliessend zu rechfertigen vermag“, hielt Stadtammann Adolf Furrer zur Eröffnung des Grenchner Tagblattes fest.

Aber ein weiterer Umstand führte auch noch zum Bau des Schwimmbades: Die Umweltverschmutzung. Die Bäche durch Grenchen stanken mit all den Fäkalien und anderem Unrat, die sie zur Aare führten, zum Himmel. Die wachsende Bevölkerung und die grösser werdende Industrie belasteten die Gewässer. Um dem Problem Herr zu werden wurden die Bäche im Siedlungsbereich kurzerhand eingedolt. Jetzt galt es nur noch die Menschen von der Aare fern zu halten. Das lang ersehnte Schwimmbad brachte dazu die Lösung.

Was für ein Bad soll es sein?[Bearbeiten]

Die Geschichte der Schwimmbadplanung begann kurz nach den goldenen 20er Jahren. Die Gemeinde Grenchen setzte 1932 die erste von drei Schwimmbadkommissionen ein. Die „Studienkommission zur Errichtung eines Schwimmbades“ tagte unter dem Vorsitz von Otto Eberhart und der spätere Regierungsrat Werner Vogt amtete als Aktuar. Neben der Standortfrage musste die Kommission auch klären, ob das Schwimmbad: nach Geschlechtern getrennt oder ein Familienbad sein soll. Die Kommission kam zum Schluss: „…dass am gemeinsamen Baden der beiden Geschlechter niemand mehr Anstoss nehmen könne, der mit unbefangenen Gemüt zuschaue…“ Sie entschied auch, dass die Anlage auf einem grossen Areal angelegt werden soll, um viel „Ellbogenfreiheit zu schaffen“. Massgebend für die Berechnung der Besucherzahlen waren die Stosszeiten bei Fabrikende.

Mögliche Standorte waren das Brühl, das Pauliareal an der Flurstrasse nördlich der Solothurnstrasse und eine Liegenschaft unmittelbar südlich der Bahnlinie. Da die Finanzen der Stadt knapp waren, kamen nur das Brühl und das Pauliareal in Frage, da das Land bereits im Besitz der Stadt war. Mit rund 360'000 Franken für den Grundausbau war das Brühl das günstigere Projekt. Doch auch dies war noch zu teuer. „Wir haben für die notleidenden Arbeitslose zunächst eine Suppenanstalt nötig, nicht eine Badeanstalt“, war dem Grenchner Tagblatt zu entnehmen. (???) Da noch zwei private Initiativen für einen Schwimmbadbau hängig waren, wurde das Projekt für die nächsten zehn Jahre zur Seite gelegt.

„Der Wunsch der Grenchner nach einem eigenen Schwimmbad war so dringend,“ dass 1943 eine zweite Schwimmbadkommission eingesetzt wurde. Der Vorsitz hatte Walter Vogt inne. Béda Hefti, der schon früher ein provisorisches Projekt einreichte, wurde mit der Ausarbeitung von Planskizzen beauftragt. Am 28. November 1947 genehmigte die Gemeindeversammlung das Projekt. Die vorgesehenen Baukosten beliefen sich auf 690'000 Franken ohne die nötige Wasserzuleitung. Doch trotz positiven Entscheiden, musste das Projekt wieder Aufgeschoben werden. War es 1932 noch die hohe Arbeitslosigkeit und er wirtschaftliche Krebsgang der für eine Aufschiebung sorgte, so waren es dieses mal die Hochkonjunktur in der Industrie und Überbeschäftigung, besonders im Baugewerbe. In erster Linie fehlten Arbeitskräfte und Materialien. Für die Gemeinde stand die Realisierung des Schulhauses, des Parktheaters und des neuen Südbahnhofes an der Spitze der Prioritätenliste. Am 6. Oktober 1953 nahm die dritte Schwimmbadkommission unter der Leitung von Adolf Neuenschwander ihre Arbeit auf. Da sich an der Lage und Grösse der Bassins nichts änderte konnte nach Landabtausch am 23. November 1953 mit dem Aushub begonnen werden. Die Pläne von Béda Hefti erfuhren noch ein paar kleinere Anpassungen, die den aktuellen Stand der Technik wie auch der gewonnen Erfahrungen in den anderen Schwimmbädern berücksichtigten. Die Anlage war etappiert. Die Kommission schlug vor, dass der Vollausbau zu beschliessen sei und nicht nur die Bassins ohne Nordabschluss und Einzelkabinen sowie einem einfachen Restaurant und nur einer WC-Anlage. Der Gemeinderat beschloss Mehraufwand für den Vollausbau von 640'000 Franken zu den 1'219'000 Franken für die beiden ersten Etappen dem Volk zur Annahmen zu unterbreiten. In der Urnenabstimmung vom 5. Juni 1954 verwarf das Volk den Vorschlag. Dadurch entstand eine gewisse Irritation und der Bau verzögerte sich. Am 7. Juni 1955 besichtigte der Gemeinderat die Arbeitsstelle. Der Rat beschloss den Nordabschluss sowie eine Liegerampe und einen weiter Kabinentrakt zur Ausführung zu bringen. Der Kredit wurde von der Gemeindeversammlung am 1. Juli 1955 angenommen.

Der Bau dauerte 30 Monate und stand unter der Oberleitung des Projektverfassers Béda Hefti. Die örtliche Bauleitung hatte Rinaldo Raccuia inne.

Was wurde damals gebaut?[Bearbeiten]

Das Schwimmbad Grenchen im Brühl ergänzte die damaligen Sportanlagen optimal. Zwischen Flugplatz, Leichtathletik und Fussballplatz gelegen, diente das gesamte Areal „der Erholung und körperlichen Ertüchtigung der werktätigen Bevölkerung“. In dieser Gruppierung entstand ein Angebot das in der Schweiz nirgendwo realisiert werden konnte. Das topfebene Terrain schien die Projektrealisierung zu erleichtern, doch „tatsächlich erschwerte diese topographischen Verhältnisse dieselben“, hält Béda Hefti fest. Da jeglicher Baumbestand und Bodenerhebung fehlte, konnte leicht eine monotone Anlage entstehen. Der Architekt musste den freien Zutritt der Bise mit durchgehenden Bauten und Baumgruppen unterbinden. Erschwert wurde der Bau auch durch den schlechten Lehmboden. Bei Regenwetter führte dies zu hohen Grundwasserständen, was sich negativ auf die Erstellung der Bassin und der zahlreichen Rohrleitungen auswirkte. Dies wirkte sich ungünstig auf die Baukosten aus.

Das Areal gliedert sich funktional in vier Teile: in eine Schwimmsportanlage mit Estrade, in ein Gartenbad mit Restaurant, in ein Kinderparadies mit Planschbecken und Schifflibach sowie in einen Spielplatz. Mit dem Aushub der Bassin wurde ein künstlicher Hügel errichtet, der eine topographische Abwechslung in die Anlage brachte. Auf dem 3,5 km2 grossen Grundstück standen bei Eröffnung 400 Plätze in Wechselkabinen, Kastengarderoben für 1052 Personen und 408 Plätze in Einzelkabinen zur Verfügung. Drei Bassins wurden erstellt. Das eine ist das dreiteilige Schwimmsportbassin. Dies beinhaltet ein Sportbecken mit sechs Bahnen à 50 Meter Länge für internationale Wettkämpfe, ein Sprungbecken mit einer Wassertiefe von 4,4 Meter, welches von einem Betonsprungturm mit fünf und zehn Meter Plattformen überragt wird sowie ein Lernbecken mit einer Wassertiefe von einem Meter, dass durch ein Rohrgitter vom Sportbecken abgetrennt ist. Das zweite Bassin ist ein hufeisenförmiges Nichtschwimmerbecken. Das Becken besitzt eine abfallende Tiefe von 75 bis 130 cm. Vom erhöhten Terrassenrestaurant besitzen die Besucher einen hübschen Überblick über den Badbetrieb. Das Bassin ist mit einer Blumenrabbate eingefasst. Die verschiedenen Durchlässe sind mit Duschen versehen. Im Westen befindet sich ein kleiner Wasserfall, der ein Bestandteil der Wasseraufbereitung ist.

Höhepunkt der damaligen Anlage war das Kinderparadies mit Planschbecken und Schifflibach. In Anlehnung an die Landi 1936 sollten hier die Kleinen auf Schiffen durch den Bach fahren können. Das Projekt wurde von der Pro Juventute unterstützt, funktioniert aber nie richtig und die Unfallgefahr war relativ gross. So wurde der Bach zugeschüttet und das Planschbecken 1975 vergrössert. Ob dieser radikale Eingriff wirklich nötig war, wird aus heutiger Sicht bestritten. Auch die Abgrenzungsmauer mit den netten Bullaugen ging im Renovationseifer der 70er und 80er Jahre verloren. Das Kinderparadies wurde seinem Charme beraubt.

Der Grenchner Peter Meierhofer[1] verfasste an der ETH Zürich 1987 eine Arbeit. Darin ging er auf die Grundlage ein, die der architektonischen Idee des Grenchner Schwimmbades zu Grunde liegt. Architektur hat etwas mit Symbolen zu tun – oder besser gesagt hatte etwas mit Symbolen zu. Es herrscht, so Gert Kähler in der Architektur ein Symbolverfall. Symbole sind ein Mittel zur gesellschaftliches Integration. Sie sind aber auch Verbindungsglied zwischen Vergangenheit und Zukunft. Dem Schwimmbad Grenchen liegen die Formen eines Dampfers zu Grunde. Das Schiff als Sinnbild für Aufbruch, zu einem neuen Ziel, aber auch als Arche für Sicherheit und Rettung. Es ist eine schwimmende Stadt, deren Überleben vom perfekten Zusammenspiel aller abhängt. Das Dampfschiff stand aber auch für technische Errungenschaft und Kraft. All dies versuchte der Ingenieur Béda Hefti in Bau des Schwimmbades zu vereinen. Besonders im Eingangsbereich aber auch beim Restaurant ist diese Sprache deutlich in den geschwungenen Formen zu erkennen. Es war ein Traum in den 50er Jahren zu neuen Ufern aufzubrechen, es ist diese Kraft, welches das Gebäude heute noch ausstrahlt. Dies gilt es zu bewahren.

Granges-les-Bains[Bearbeiten]

1956 wurde das Grenchner Gartenbad eröffnet; aber lange zuvor schon genoss Grenchen als „Bäderstadt“ grosses Ansehen. Selbst die alten Römer wussten um die Heilkraft des Bachteler Quellwassers und nutzten sie.

Wenn jemand von „Granges-les-bains“ spricht sind alteingesessene Grenchnerinnen und Grenchner nicht restlos begeistert. „Granges-les-bains“ wurde einst die aufstrebende Ortschaft von ihren Nachbarn mit etwas Neid in der Stimme genannt, denn das Bachtelenbad erwies sich als wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreich.

Einer verlor seinen „Magnus Maximus“[Bearbeiten]

Unweit des heutigen Kinderheims Bachtelen wurde vor einiger Zeit eine Münze mit dem Bildnis des römischen Kaisers Magnus Maximus gefunden. Dieser regierte in der Zeit von 383 bis 388 nach Christi. Es ist durchaus möglich, dass ein römischer Legionär, welcher in der einfachen Badanstalt bei der Bachtelen Quelle heilbadete diese Münze auf dem Heimweg verloren hatte. Sicher ist, dass die Römer die Heilkraft des Grenchner Wassers sehr wohl kannten. Bei Nachgrabungen beim heutigen Kinderheim stiess man 1828 auf die Überreste römischer Bäder.

Das Geschäft mit dem Heilwasser[Bearbeiten]

Lange bevor Grenchen als Uhrenstadt von sich reden machte, führten die Girards durchaus erfolgreich im Bachtelentälchen ihr Grenchen-Bad. Damit erhielt die Ortschaft wirtschaftlich gesehen neben der Landwirtschaft ein zweites Standbein. Auf Anhieb entsprach das junge Unternehmen des Garnbuchers und Landwirts Josef Girard genau den Vorstellungen seiner Klientel, welche es zu schätzen wusste, dass in ihrer Nähe ein solches Etablissement existierte. In den guten Zeiten mussten täglich mehrere Pferde-Omnibusse von Solothurn nach dem Bachtelenbad geführt werden um die Gäste zu bringen, und 1845 berichtete das „Solothurner Blatt“, dass in den Ställen der Grenchner Landwirte 200 fremde Pferde standen, deren Besitzer sich im Bad Gutes taten. Besonders beliebt waren als Vorläufer der heutigen Wellness-Kuren die russischen Dampfbäder. Punkto Preis und Leistungen sowie unter Berücksichtigung der Ambiance und der Küche galt das Bachtelenbad weitherum als eines der vorbildlichsten und zugleich preiswertesten. Als Giuseppe Mazzini im Bachtelenbad von den Girards Asyl erhalten hatte, bekam das Bad internationalen Bekanntheitsgrad und wer in Europa zu jenen gehörte, die eine politische Veränderung suchten, traf im Bachtelenbad ein, um sich hier mit Seinesgleichen zu beraten. – Nach einem Zwischenspiel als Institut Breidenstein, wurde das Bachtelenbad erneut in aufgefrischter Schönheit reaktiviert. Allerdings ohne grossen Erfolg.

Sieben Badzimmer und „ausreichend Wasser“[Bearbeiten]

Ihren Spitznamen „Granges-les-bains“ erhielt unsere Stadt nicht zuletzt, weil 1866 an der damaligen Eisenbahnstrasse (der heutigen Bahnhofstrasse) das Restaurant Bad eröffnet wurde. Dieses Restaurant war ein imposanter Gebäudekomplex mit acht Wohnungen, zwei grossen Speise- und Tanzsälen, einer Trink- und Bierhalle, einer Badeanstalt mit sieben Badzimmern, Stallungen für die Pferde und Wagen, Zimmer für Knechte und Mägde und zwei Kegelbahnen. Der Hof umfasste eine Jucharte und war mit Bäumen bepflanzt. 1979 verkaufte Emil "Miggu“ Wullimann das beeindruckende Anwesen, das dann abgerissen wurde und einem Neubau Platz machte.

Das „Bad“ war Grenchens erstes Kulturzentrum. Im grossen Theatersaal, der bei Konzertbestuhlung 900 Besuchenden Platz bot, fanden die wichtigsten Aufführungen der Grenchner Ortsvereine statt. Auch die Gemeindeversammlungen wurden im „Bad“ durchgeführt. – Und schliesslich bleibt noch der Hinweis auf das Badehaus an der Schützengasse. Eine kaum mehr lesbare und verwitterte Schrift berichtet, dass in diesem Hause jene baden konnten, die in ihren Häusern über kein eigentliches Badzimmer verfügten.

Der Wunsch eine Badanstalt zu besitzen war gross – also baute man eine[Bearbeiten]

Das erste Schwimmbad entstand 1871 im Brühl. Später war der Bachtelen-Weiher öffentliches Badegelände und noch einmal später wurde die Aare bei Arch zur Badeanstalt.

1871 kaufte die Gemeinde im Brühl ein Stück Land, um auf diesem eine erste Badanstalt zu bauen. Das Wasser wurde dem Witibach entnommen. Um die notwendigen Gelder zur Finanzierung aufbringen zu können, zirkulierte in der Bevölkerung eine Sammelliste. Wie viel die Sammlung eingetragen hatte, weiss man heute nicht mehr. Die hölzernen Einrichtungen der Badanstalt wurden erst 1883 erstellt. Die Kosten beliefen sich auf 2'873 Franken.

Ab fünf Uhr morgens wurde gebadet[Bearbeiten]

Die Öffnungszeiten des Bades waren recht grosszügig berechnet oder aber die Grenchnerinnen und Grenchner trieben leidenschaftlich gerne Frühsport. Um 5 Uhr morgens wurde das Bad geöffnet und dann um 21 Uhr geschlossen. Über Mittag blieb die Institution von 9 bis 12 Uhr geschlossen. An den Sonntagen war das Bad nur gerade von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Schüler hatten, aus welchen Gründen auch immer, während sonntags keinen Zutritt zur Badanstalt. Das Saisonabonnement kostete damals zwei Franken und der Einzeleintritt immerhin auch schon zehn Rappen. Ein vom Gemeinderat bestimmter Aufseher überwachte den Badbetrieb. Sein Lohn wurde aber erst nach der Saison vom Gemeinderat festgelegt! Bereits 1892 wurde der Badbetrieb im Brühl eingestellt. Das seinerzeit verwendete Holz wurde auf Abbruch zum Gesamtpreis von 366 Franken verkauft.

Baden im Bachtelenweiher[Bearbeiten]

Ältere Grenchner wissen noch zu berichten, dass etliche Jahre später der damals noch grosse Badweiher im Areal des Kinderheims Bachtelen von der Öffentlichkeit benutzt wurde. In der Schrift „Vom Heilbad zum Kinderheim Bachtelen“ finden wir eine Aufnahme aus dem Jahre 1932, welche den offensichtlich gut benutzten Badweiher zeigt. Ein Bild aus dem Jahre 1947 berichtet von einem winterlichen Fest der Schlittschuhläuferinnen und –läufer auf dem zugefrorenen Badweiher im Jahre 1947. Alfred Fasnacht erinnert sich gut, dass er vor 1956 ein eifriger Benützer des Bachtelenbades gewesen war. Der Weiher im Bachtelentälchen war wöchentlich ein- bis zweimal geöffnet, wobei sich Mädchen und Buben an unterschiedliche Benutzungszeiten zu halten hatten. Ordnung musste sein! – Alfred Fasnacht erinnert sich, dass das Wasser algengrün gewesen war und, wenn aufgewühlt, recht trübe. „Eben biologisch...“ meinte er augenzwinkernd.

Baden in der Aare[Bearbeiten]

Eine weitere Station auf dem Weg zum heutigen Gartenbad entstand zu einer nicht näher bestimmten Zeit an der Aare ein Strandbad. Die Einrichtungen dürften recht einfach gewesen sein, denn Stadtammann Adolf Furrer schrieb in der Beilage zum „Grenchner Tagblatt“, die anlässlich der Eröffnung des Gartenbades erschien, dass man an der Aare auf Sprungtürme schon des unterschiedlich hohen Wasserstandes wegen habe verzichten müssen. Zudem machte die zunehmende Gewässerverschmutzung das Aarebad zu einem Risikoherd, und in der Strömung der Aare verloren jedes Jahr mehrere Menschen ihr Leben. Hier weiss Alfred Fasnacht zu berichten, dass ein Grenchner Jüngling beim Sprung von der „ Eiffelbrücke“ in einen Strudel geraten und ertrunken sei. Hans Kohler erzählte, dass etwa zur gleichen Zeit die Firma Vollenweider eine Busverbindung nach Altreu geführt hatte, weil nicht wenige Grenchnerinnen und Grenchner dort ihre Badeerlebnisse hatten. Nachdem nun das Gartenbad der Öffentlichkeit übergeben worden war, wurden die Anlagen und die Aufsichtspflicht des Aarebades der Gemeinde Arch übertragen.

Schwimmbad Grenchen 1956 - Ingenieur liess sich von einem Luxusdampfer inspirieren[Bearbeiten]

Ingenieur Béda Hefti baute nicht nur das Grenchner Gartenbad, sondern war unter anderem auch der Gründer des Gedenklaufes Murten-Fribourg. Das Schwimmbad erinnert in seiner Symbolsprache an ein Hochsee-Kreuzfahrtschiff.

Ein Schwimmbad war ein lang gehegter Wunsch der Grenchnerinnen und Grenchner. Bereits 1932 setzte man eine erste Kommission ein, die ein Schwimmbad realisieren sollte. Doch erst die dritte Kommission unter Adolf Neuenschwander, die im Oktober 1953 eingesetzt wurde, vermochte das Bauwerk zu realisieren. Die tödlichen Schwimm- und Badeunfälle in der Aare und die steigende Wasserverschmutzung bedingten ein rasches Handeln. 1932 stand die Arbeitslosigkeit einer Realisierung hinderlich im Weg, 1947 verunmöglichte die überhitzte Konjunktur die Umsetzung. In der Folge musste eine Prioritätenliste eingehalten werden, und auf dieser standen der Neubau des Postgebäudes, des Ortsspitals und des neuen Südbahnhofes im Vordergrund. In seinem Bericht zur Eröffnung des Gartenbades nannte Stadtammann Adolf Furrer als weitere vordringliche Bauwerke in der „industriellen Kleinstadt“ das Schulhaus IV mit den Nordbahnhofturnhallen und das Parktheater. Im Verlaufe der Jahre rutschte das Gartenbad auf Rang 3 der Prioritätenliste ab.

Ein genialer Ingenieur[Bearbeiten]

Die Pläne für das Gartenbad arbeitete der Fribourger Ingenieur ETH Béda Hefti aus. Die örtliche Bauleitung übte der Grenchner Architekt Rinaldo Raccuia aus. Eine ganz besondere und kindergerechte Erlebniswelt sollte das Planschbecken für die Kleinsten werden. Gebaut wurde hier nach dem Vorbild der Landi 1936 in Zürich ein Schifflibach, der allerdings nie richtig funktionierte. Der Bach wurde dann aus Sicherheitsgründen zugeschüttet. Ob diese Massnahme gerechtfertigt gewesen war, ist heute schwer zu beurteilen.

Ein Areal von 3,5 Hektaren[Bearbeiten]

Das Gartenbad umfasst ein Areal von sage und schreibe 3.5 Hektaren. In dieses Areal gehört auch die grosse Spielwiese im Westen der Anlage. Als das Bad eröffnet wurde, fehlten weitgehend noch die Schatten spendenden Bäume, doch sind diese inzwischen so stark gewachsen, dass die Anlage der Bezeichnung „Gartenbad“ alle Ehre macht. Blickt man näher auf die Anlage, so stellt man fest, dass sich der Ingenieur bei seinen Planungen von einem Luxusdampfer auf hoher See inspirieren liess. So sollte das Gartenbad auch sein. Stadtammann Adolf Furrer sagte bei der Eröffnung: „So möge denn das Schwimmbad so recht geeignet sein, alle Bevölkerungsteile in natürlicher Freiheit zu vereinen und damit ein Kulturziel ersten Ranges zu erfüllen.“

Hans Liechti und Urs Grütter erinnern sich[Bearbeiten]

Per Adresse – Badmeister Grütter, Sanitätsraum, Schwimmmbad, Grenchen Der erste Badmeister, Kurt Grütter, fand 1955 in Grenchen keine Wohnung und brachte deshalb seine Familie kurzerhand im Schwimmbad unter. Nur gerade drei Wirte betreuten in den ersten 50 Jahren das Schwimmbad-Restaurant. Auch ein positives Qualitätszeichen!

Urs Grütter erinnert sich noch gut: Als sein Vater, Kurt Grütter, zum ersten Grenchner Badmeister gewählt worden war, zog die Familie von Derendingen nach Grenchen. Der Drittklässler Urs besuchte am neuen Schulort die Schulklasse von Lehrer Suter. Alles schien zu klappen, doch nicht ganz... In Grenchen herrschte 1956 bittere Wohnungsnot, und die Badmeister-Familie fand kein Dach über dem Kopf. So blieb Kurt Grütter nichts anderes übrig, als die Familie im Schwimmbad selber und dort im Sanitätsraum und einem angrenzenden Zimmer unterzubringen. In der Folge ging die Schwimmbad-Kommission auf die Wohnungssuche. Kurt Grütter war der ideale Badmeister, streng, korrekt und darauf bedacht, eine stets blitzsaubere Anlage präsentieren zu können. Er setzte den Massstab! Wenn Urs von der Schule heimgekommen war und der letzte Ton der Sirene verklungen war, welche jeweils das Ende der Badezeit ankündete, mussten er und seine Schwester an jedem Sommertag im ganzen Schwimmbadareal die Papierfetzen zusammenlesen.

Drei Schwimmbad-Wirte[Bearbeiten]

Ein wichtiges „Herzstück“ des Grenchner Schwimmbades ist das schmucke und gut eingerichtete Schwimmbad-Restaurant. Im Verlaufe der ersten 50 Schwimmbad-Jahre arbeiteten hier nur gerade drei Wirte: 1956 bis 1961 Ernst Römer, der auch die „Burgunderhalle“ mit der sagenhaften „Burgi-Bar“ führte. Auf ihn folgte Hans Liechti von 1961 bis 1971. Er führte während langer Zeit auch das Grenchner Volkshaus und später den „Ochsen“. Von 1971 bis heute steht Küchenchef Heinz Kiechel dem Restaurant im Grünen vor. Er ist bereits 35 Jahre lang dem Gartenbad treu; auch ein Jubiläum und einen Applaus wert! Hans Liechti erinnert sich an seinen ersten Arbeitstag im Schwimmbad. Sein Vorgänger, Ernst Römer, sagte ihm: „Bei gutem Wetter sind die Badegäste scharf auf Käsekuchen. Das ist ein todsicherer Tipp!“ Hans Liechti schrieb sich diesen hinter die Ohren, und als am frühen Morgen des Auffahrtstages 1961 die Sonne vom stahlblauen Himmel schien, buk er zusammen mit einem Bäcker Käseküchlein für ganze Heerscharen. Kaum befand sich das Gebäck im Restaurant, schlug das Wetter abrupt um und der Himmel war verhangen. Die Badegäste blieben weg, und Hans Liechti sass auf einem Käsekuchenberg fest. Anderntags staunten die Volkshausgäste nicht wenig, als sie plötzlich mit Käseküchlein verwöhnt wurden. Einmal sah sich Hans Liechti gezwungen, den Preis für den Liter Mineralwasser um 30 Rappen auf 2,50 Franken zu erhöhen. Mit diesem teuerungsbedingten Aufschlag waren viele nicht einverstanden und reklamierten, jedoch nicht beim Wirt sondern – beim Stadtammann. Dieser schrieb Hans Liechti einen geharnischten Brief, worin er ihn aufforderte, diese Preiserhöhung rückgängig zu machen, was in der Folge jedoch nicht geschah. Sonntags seien nicht selten 10'000 und mehr Badegäste gezählt worden, meinte Hans Liechti, und er habe jeweils an solchen Tagen seine Schwestern aufgeboten, ihm zu helfen. Dann standen zur Essenszeit die Gäste in langen Schlangen, und nicht selten hätten einige von ihnen reklamiert, der Service dürfte schneller gehen. An solchen Tagen habe es sich als sehr gut herausgestellt, dass die Küche und die übrigen Räume des Restaurants mustergültig eingerichtet waren. Abends habe es sich eingebürgert, dass die Badegäste vor dem Heimgehen frische Nussgipfel kauften. Ein besonderes Lob hat Hans Liechti den Bademeistern. Sie seien streng gewesen, korrekt und äusserst aufmerksam.

Das Gartenbad im Spiegel der Zahlen[Bearbeiten]

Im Schwimmbad finden die Benützenden nicht allein gute Unterhaltung, sondern gesunden und individuell betriebenen Sport. Das Schwimmbad wird in naher Zukunft noch wichtiger für die Gesunderhaltung der Bevölkerung. Die Baudirektion rechnet, dass jährlich im Schwimmbad rund 30'000 Kubikmeter Wasser verbraucht werden. Das sind 30 Millionen Liter! – Blicken wir aufs Spitzenjahr 2003 so sehen wir, dass damals gar 45 Millionen Liter besten Trinkwassers verbraucht wurden. Noch eindrucksvoller ist die Zahl der Wasserumwälzungen. Das sind sage und schreibe 4 Millionen Kubikmeter pro Saison oder ganz einfach vier Milliarden Liter!

400 Kubikmeter Holzschnitzel in der Wasserheizung[Bearbeiten]

Seit Jahrzehnten wird das Grenchner Badwasser auf für Badende angenehme Temperaturen aufgeheizt. Als die erste Gasheizung installiert wurde, war das eine kleine Sensation, und man sprach weitherum von den Grenchnern und ihrem geheizten Schwimmbad-Wasser. Es wurde sogar darüber diskutiert, ob das Bio-Gas aus dem Faulturm der Kläranlage verwendet werden könnte. Heute wird das Badwasser mit der Holzschnitzelanlage im Berufsbildungszentrum aufgeheizt. Pro Saison wird eine Heizenergie von 300'000 kWh benötigt. Und diese wiederum entspricht 400 Kubikmeter Schnitzel. Damit leistet die Stadt einen Beitrag zur Bewirtschaftung einheimischen Holzes. Die Stadt lässt sich das Gartenbad einiges kosten. Der bauliche Unterhalt beläuft sich auf rund 100'000 Franken und die Betriebkosten 800'000 bis 850'000 Franken pro Jahr. Die Einnahmen betragen je nach Sonnentage pro Saison bei 300'000 Franken. Bleiben wir noch kurz beim Geld: Als das Gartenbad 1956 eröffnet wurde, beliefen sich die Investitionskosten auf 1.850 Mio. – In den vergangenen zehn Jahren wurden mehrere und etappenweise gestaffelte Sanierungen im Gesamtwert von 6.2 Millionen durchgeführt; das 3.3 fache der seinerzeitigen Erstellungskosten. Inbegriffen in diesem Betrag ist auch die Sanierung des Sportbeckens, dass 2007/2008 erfolte und rund zwei Millionen Franken kostete.

1986: Ein Baudenkmal verliert sein Format[Bearbeiten]

Zum 30-jährigen Jubiläum 1986: Eine kritische Stimme wird laut[1].

Am 7. Juni 1956 wurde das Grenchner Gartenbad eröffnet – ein Meilenstein in der Stadtentwicklung, aber auch eine architektonisch bedeutende Leistung. Wie sicht das Gartenbad heute aus? Einige kritische Anmerkungen sind angebracht.

Zur Zeit der Eröffnung des Gartenbades hatte Grenchen die Folgen der bitteren Krisenzeit und der Kriegsjahre überwunden und befand sich im Aufschwung. Die Zukunft sah rosig aus – und ein Denkmal dieser Zukunftshoffnungen ist das Gartenbad. Dafür ein Beispiel: Obwohl sich die Grenchner damals lediglich die ersten VW-Käfer leisten konnten, dachte der Gemeinderat anders: Er baute Gartenbad-Parkplätze nicht nur für die wenigen vorhanden, sondern für die vielen zukünftigen Autos.

Probleme mit dem Schifflibach[Bearbeiten]

Das Bad wurde vom Ingenieur Béda Hefti aus Freiburg entworfen. Die örtliche Bauleitung übernahm der Grenchner Architekt Rinaldo Raccuia. Die Anlage besteht aus vier Teilen: Schwimmsportanlage mit Tribüne (Liegeestrade); Gartenbad mit Restaurant; Kinderparadies mit Schifflibach und Planschbecken; Spielwiese. Die eigentlichen Hochbauten teilen sich in zwei Garderobenflügel mit zentralem Eingang, daran angegliedert auf der einen Seite die Tribüne, auf der anderen das Gartenrestaurant.

Bei der Realisierung gab es grosse Probleme: Massive Baukostenüberschreitungen. Schwierigkeiten mit der Neuheit Schifflibach. Er wurde später entfernt und hatte sein Vorbild an der Landi 1939. Nach unzähligen Versuchen mit verschiedenen Bootsformen und unterschiedlichen Wasserdüsen musste der Traum vom nierenförmigen Rundlauf aufgegeben werden. Auch Beda Hefti verlor einiges Geld: Was er als Prototyp gedacht hatte, war zugleich das Ende seiner ehrgeizigen Schifflibachpläne.

„Das Bad soll der Erholung und körperlichen Ertüchtigung der werktätigen Bevölkerung geweiht sein» (aus dem damaligen Bericht des Architekten). Stichwort «Volkshygiene»: Licht und Luft und Sonne sind des Kindes Wonne. Die Natur, namentlich das Wasser, ist Kraftquelle des Menschen. Genau diese Zeitstimmung („es geht aufwärts“) verkörpert auch die Architektur:

  1. (Damals) neue Materialien betonen den Glauben, dass eigentlich alles machbar ist: Beton, Stahl, Glas.
  2. Technische Neuerungen unterstreichen den Glauben an die Technik: Flachdach, Schifflibach, neues System der Wasseraufbereitung,
  3. Viele Details erinnern an ein Schiff: Die Reihung der Umkleidekabinen wird zur Reihung der Kabinen am Promenadedeck, der «Dachgarten» über dem Eingang und die Tribüne werden zum Sonnendeck, das runde Fenster beim Planschbecken wird zum Bullauge, das Stahlgeländer bei Tribüne und Eingangsbereich wird zur Reling, das Weiss der Gebäude über dem Grün des umgebenden Geländes und dem Blau des Wassers entsprach dem Dampfer auf hoher See.

Der Dampfer ist eines der wichtigsten Symbole der modernen Architektur, das in den fünfziger Jahren auch in Grenchen jenes der öffentlichen Hand geworden war. Symbol für den Aufbruch zu neuen Ufern, sichtbares Zeichen der Aufschwungshoffnungen.

Spuren der Zeit[Bearbeiten]

Aus zwei Gründen ist das Schwimmbad Grenchen ein überregional bedeutender Bau. Es ist ein Zeitzeuge erstens, und zweitens ein Architekturdenkmal. Der Zeitzeuge steht für die Aufbruchsstimmung der fünfziger Jahre. Die Schweizer erleben ihren ersten Konsumrausch. Das Schwimmbad verkörpert die Zeit, als die Grenchner ihre Form des American Way of Life suchten.

Als Architekturdenkmal steht das Schwimmbad in einer Reihe mit dem Terrassenbad in Baden von Alfred Gantner, dem Allenmoosbad in Zürich von Max Ernst Haefeli und Werner M. Mosel und der Plage de Bellerive von Marc Piccard in Lausanne. Diese bedeutenden Vorbilder haben unserem Bad den Stempel aufgedrückt. Nur wenige Grenchner sind sich bewusst. dass die Stadt in ihrem Bad ein wichtiges Architekturdenkmal besitzt, dem Sorge getragen werden muss.

Sorge tragen heisst auch, ein Gebäude zu unterhalten. Eigentlich wäre es selbstverständlich, dass dies bei einem Bau dieser Bedeutung mit einfühlsamer Sorgfalt geschieht. Der Wert des Bade als Zeitzeuge und als Architekturdenkmal muss Bewusstsein und die Richtlinien aller Eingriffe bestimmen. Reparaturen und Renovation sollten aus dem Geiste des Gebäudes entwickelt werden und nicht bloss nach Tageskriterien. Neues kann dabei bewusst neben Alles gesetzt werden. Das Bad sollte seine eigene Geschichte erzählen können und zwar seine ganze Geschichte. Da keine grundsätzlichen Umbauten ausgeführt werden, spielt sich diese Auseinandersetzung mit einem Baudenkmal auf der Ebene der Baudetails ab. Béda Hefti, der Architekt, gestaltete nämlich seine Details als logische Folge seines architektonischen Konzeptes. Die Art wie er zum Beispiel das Geländer behandelt, unterstützt die Metapher Schiff. So wird jedes Detail zum Teil eines baukünstlerischen Ganzen.

Das neue Tor[Bearbeiten]

In Grenchen allerdings herrscht in diesen Dingen die kulturelle Ignoranz. Von einfühlendem Umgang mit dem Schwimmbad ist nichts zu merken. Im Gegenteil. Auf einem meiner Spaziergänge konnte ich gerade noch die Ruinen des eleganten Scherengitters fotografieren, das einst den Haupteingang versperrte. Stolz wies mich ein Gemeindeangestellter auf das neue feuerverzinkte Eingangstor hin. Die feingliedrige Eleganz hatte einem plumpen Nützlichkeitsdenken weichen müssen. Das neue Tor ist ein Stück Banalität.

Davon, dass eine Blechwand mit vier Reklameschaukästen drei Fenster verdeckt, will ich hier nicht reden. Der Umgang mit diesem Tor mag das Prädikat "pflegeleicht“ verdienen, er ist aber auch Ausdruck einer geistigen Haltung: der Gedankenlosigkeit. Andere Überlegungen als praktisch, dauerhaft und einbruchsicher kommen in diesem Denken nicht vor.

Ebenso die neue Farbgebung: Wo früher helle Töne leuchteten, Grau, Blau, Grün und Gelb regiert heute das Stumpfe: Braun und Beige wie überall Erdverbundenheit und falsche Heimeligkeit, oder anders gefragt: Was hat Braun mit Wasser zu tun?

Die Sorgfaltspflicht[Bearbeiten]

Die Beispiele liessen sich fortsetzen. Es ist leider auch zu erwarten, dass bei der bevorstehenden Renovation der Tribüne im selben Ungeist weitergefahren wird. Wäre es nicht an der Zeit, sich einmal grundsätzliche Fragen zu stellen? Statt von Fall zu Fall zu entscheiden, müsste ein architektonisches Konzept die verschiedenen Eingriffe steuern. Dass dieses Konzept vom Wert als Zeitzeuge und von der Bedeutung des Baudenkmals ausgehen muss, ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist es, dass dies nur mit einem einfühlsamen Architekten geht. Vergessen wir nicht die Sorgfalt, die wir diesem Bad angedeihen lassen, ist ein Teil der Sorgfalt, die wir der Stadt schulden.

50 Jahre Schwimmbad Grenchen[Bearbeiten]

Broschüre herausgegeben von der Baudirektion der Stadt Grenchen als PDF.

Broschüre 50 Jahre Schwimmbad Grenchen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Zum Autor: Peter Meierhofer ist dipl. Architekt ETH SIA SWB und hat sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit an der ETH mit der Architektur des Grenchner Gartenbades beschäftigt. Meierhofers Arbeit über das Schwimmbad erwies sich als sehr wichtig, trug sie doch viel dazu bei, dass die Stadt Grenchen ihr Schwimmbad als wertvolles Architekturdenkmal und Zeitzeuge der 50er Jahre wahrzunehmen lernte. Heute bemüht sich die Baudirektion der Stadt Grenchen, das Schwimmbad im ursprünglichen Gedanken zu erhalten. Peter Meierhofer verbrachte seine Kindheit und die Jugendjahre in Grenchen. Der obige Text Meierhofers war 1986 im Grenchner Tagblatt Nr. 130 erschienen und löste in Grenchen heftige Reaktionen aus. Bibliogr. Angaben zur Diplomwahlfacharbeit von Peter Meierhofer: Meierhofer, Peter: Gartenbad Grenchen. - Diplomwahlfacharbeit in Denkmalpflege Prof. G. Mörsch.- Zürich: Architekturabteilung ETH-Z, 1987. - 80 S., ill. Format: 40 cm x 29,5 cm. [Lukas Walter u. Alfred Fasnacht]
  2. Siegfriedkarte 1:25'000, Blatt 123: Grenchen. Mit Nachführungen bis 1885.
  3. Werner Strub, Heimatbuch Grenchen, S. 637.

Quellen[Bearbeiten]

  • Schwimmbad Grenchen: Text von Lukas Walter.
  • Granges-les-Bains: Text von Rainer W. Walter.
  • Der Wunsch eine Badanstalt zu besitzen war gross – also baute man eine: Text von Rainer W. Walter.
  • Schwimmbad Grenchen 1956 - Ingenieur liess sich von einem Luxusdampfer inspirieren: Text von Lukas Walter.
  • Hans Liechti und Urs Grütter erinnern sich: Text von Rainer W. Walter.
  • 1986: Ein Baudenkmal verliert sein Format: Text von Peter Meierhofer.