Bearbeiten von „Schalenstein“

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{{File.BildRechts|Breite=400|Bild=Schalenstein Wintersonnenwende.jpg|Text=Schalenstein Grenchen. Schalen-Linie der Wintersonnenwende mit Kreide markiert.}}
 
{{File.BildRechts|Breite=400|Bild=Schalenstein Wintersonnenwende.jpg|Text=Schalenstein Grenchen. Schalen-Linie der Wintersonnenwende mit Kreide markiert.}}
{{File.BildRechts|Breite=400|Bild=Schalenstein Plakete.jpg|Text=Plakete, angebracht auf der Rückseite des Schalensteins.}}
 
 
== Der Schelnstein in Grenchen - Die erste Grenchner Kalender-Uhr ==
 
== Der Schelnstein in Grenchen - Die erste Grenchner Kalender-Uhr ==
  
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Die Standorte der heiligen Steine des Altertums sind ideale Orte der Kraft, um heute eine gestörte Beziehung zur inneren und äusseren Natur zu beleben. Sie sind aber auch Verbindungsstationen zur spirituellen Wirklichkeit des Lebens. jenseits von Zeit und Raum. Heute findet man auf Schalensteinen vermehrt Blumengaben, Nüsse und oft Spuren von Kerzen. Wer auf diese Weise seine Dankbarkeit ausdrücken will, möge dafür natürliche Gaben verwenden.
 
Die Standorte der heiligen Steine des Altertums sind ideale Orte der Kraft, um heute eine gestörte Beziehung zur inneren und äusseren Natur zu beleben. Sie sind aber auch Verbindungsstationen zur spirituellen Wirklichkeit des Lebens. jenseits von Zeit und Raum. Heute findet man auf Schalensteinen vermehrt Blumengaben, Nüsse und oft Spuren von Kerzen. Wer auf diese Weise seine Dankbarkeit ausdrücken will, möge dafür natürliche Gaben verwenden.
  
== Der Schalenstein auf dem Breitholz<ref>Aus: Strub, Werner: Heimatbuch Grenchen. Solothurn, 1949. - XVI, 758 S., ill. S. 4 - 7</ref> ==
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== Der Schalenstein im Heimatbuch von Werner Strub<ref>Aus: Strub, Werner: Heimatbuch Grenchen. Solothurn, 1949. - XVI, 758 S., ill. S. 4 - 7</ref> ==
  
 
=== Der Stein: Entdeckung, Lage, Bechreibung ===
 
=== Der Stein: Entdeckung, Lage, Bechreibung ===
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Steinzeitfunde.jpg|Text=Steinzeit: Funde vom Eichholz. Obere Reihe von links nach rechts: Schaber, Schaber, Schaber, Schaber. Mittlere Reihe von links nach rechts: Spitze, Pfeilspitze, Stichel, Spitze. Untere Reihe von links nach rechts: Messerchen, Stichel, Dreikanter, Stichel}}
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{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Hecke.jpg|Text=Schalenstein.}}
 
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Situationsplan Pinoesch.jpg|Text=Schalenstein Grenchen, Situationsplan. Gut erkennbar ist die 13 m lange Trockenmauer 2,5 m westlich des Steins, verlaufend ungefähr in Richtung Nord-Süd.}}
 
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Bruchstück KHM.jpg|Text=Bruchstück eines Schalensteins gefunden bei der Ausgrabung der Römervilla Eichholz Grenchen, 55/35/12 cm. Das Stück besteht aus dem gleichen Chloritgneis wie der grosse Schalenstein auf dem Eichholz Grenchen.}}
 
 
Die Schalensteine sind wohl neolithisch. Der unter dem Namen «Heidenstein« bekannte Schalenstein wurde [[1867]] von Dr. [[Franz Josef Schild]] aufgefunden. Er befindet sich auf dem Hügelzug Breitholz oder Eichholz. Es ist der als «Erratischer Block» auf Blatt Grenchen des Topographischen Atlasses eingetragene Stein, 88 mm von links, 72 mm von unten. Die Meereshöhe der Spitze des Schalensteins beträgt 466 m. Die höchste Erhebung des Hügels von 477 m liegt 150 m ost-nordöstlich des Blocks. An seinen heutigen Standort ist der Wanderblock auf dem Rücken des eiszeitlichen Rhonegletschers gelangt, wie so mancher andere Findling auf dem Breitholz. Im Jahre [[1928]] notierte David Andrist auf dem Hügel östlich des Schalensteins acht weitere Blöcke mit mehr als 1 m Länge. Der Schalenstein ist ein kristalliner Schiefer der Bernhard-Decke. Er setzt sich demnach aus Chlorit (grün) und Albit (Feldspat, weiss) sowie aus Quarz zusammen. Das Gestein findet sich in den südlichen Walliser Tälern anstehend, und der Stein von Grenchen hat somit auf dem Rücken des Rhonegletschers einen Weg von 200 km zurückgelegt. Für diese Reise mag er etwa 3000 Jahre benötigt haben. Obschon der Block Tausende von Jahren an seinem heutigen Standort liegt, hat die Verwitterung ihm verhältnismässig wenig zugesetzt. Der Block hat die Form einer mit 30° WSW geneigten Platte von rechteckförmigem Grundriss. Bei 4 m grösster Länge, 3 m Breite und 1.20 m maximaler Dicke hat er einen Inhalt von 8 m<sup>3</sup> und ein Gewicht von 200q (Quintal (q) = 100 kg, also 20 t).
 
Die Schalensteine sind wohl neolithisch. Der unter dem Namen «Heidenstein« bekannte Schalenstein wurde [[1867]] von Dr. [[Franz Josef Schild]] aufgefunden. Er befindet sich auf dem Hügelzug Breitholz oder Eichholz. Es ist der als «Erratischer Block» auf Blatt Grenchen des Topographischen Atlasses eingetragene Stein, 88 mm von links, 72 mm von unten. Die Meereshöhe der Spitze des Schalensteins beträgt 466 m. Die höchste Erhebung des Hügels von 477 m liegt 150 m ost-nordöstlich des Blocks. An seinen heutigen Standort ist der Wanderblock auf dem Rücken des eiszeitlichen Rhonegletschers gelangt, wie so mancher andere Findling auf dem Breitholz. Im Jahre [[1928]] notierte David Andrist auf dem Hügel östlich des Schalensteins acht weitere Blöcke mit mehr als 1 m Länge. Der Schalenstein ist ein kristalliner Schiefer der Bernhard-Decke. Er setzt sich demnach aus Chlorit (grün) und Albit (Feldspat, weiss) sowie aus Quarz zusammen. Das Gestein findet sich in den südlichen Walliser Tälern anstehend, und der Stein von Grenchen hat somit auf dem Rücken des Rhonegletschers einen Weg von 200 km zurückgelegt. Für diese Reise mag er etwa 3000 Jahre benötigt haben. Obschon der Block Tausende von Jahren an seinem heutigen Standort liegt, hat die Verwitterung ihm verhältnismässig wenig zugesetzt. Der Block hat die Form einer mit 30° WSW geneigten Platte von rechteckförmigem Grundriss. Bei 4 m grösster Länge, 3 m Breite und 1.20 m maximaler Dicke hat er einen Inhalt von 8 m<sup>3</sup> und ein Gewicht von 200q (Quintal (q) = 100 kg, also 20 t).
  
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Es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass die Schalen von Römern erstellt worden sind. Die Schalen dieser kleinen Platte sind als vorrömisch anzusehen. Es ist kein Bruchstück des grossen Schalensteins. Demnach fand sich auf dem Breitholz zur Zeit der Römer, d. h. im 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr., ein zweiter Schalenstein vor. Der Stein ist im Besitze des Museums Grenchen.
 
Es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass die Schalen von Römern erstellt worden sind. Die Schalen dieser kleinen Platte sind als vorrömisch anzusehen. Es ist kein Bruchstück des grossen Schalensteins. Demnach fand sich auf dem Breitholz zur Zeit der Römer, d. h. im 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr., ein zweiter Schalenstein vor. Der Stein ist im Besitze des Museums Grenchen.
  
== Der Schalenstein in Grenchen<ref>Matile, H.: Prähistorisch bearbeitete Steine in der Gegend von Biel. JbSGUF, 59, 1976, S. 213.</ref> ==
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== Der Schalenstein in Grenchen<ref>Matile, H.: Prähistorisch bearbeitete Steine in der Gegend von Biel. JbSGUF, 59, 1976, S. 213.</ref> =
  
 
=== Vorbemerkung von Ernst Müller, Kantonsarchäologe ===
 
=== Vorbemerkung von Ernst Müller, Kantonsarchäologe ===
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=== Der Schalenstein in Grenchen Eichholz ===
 
=== Der Schalenstein in Grenchen Eichholz ===
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Karte.jpg|Text=1 Schalenstein. 2 Römische Villa. Ausschnitt aus der LK.}}
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{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Trockenmauer.jpg|Text=Trockenmauer westlich des Schalensteins.}}
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Ein erratischer Block befindet sich auf dem als Munters bezeichneten Feld am Nordostrande des Eichholzwaldes. Die Höhe über Meer misst 463 m. Pinösch berichtete 1941 (JSoIG. 14, 1941, 106-111), dass der Block auf offenem Felde südwestlich des Dorfes, an der Westabdachung eines kuppenartigen Plateaus mit freier Sicht ringsum sich befinde. «Früher war hier Eichenwald.» Diese Angaben stimmen heute nicht mehr. Der Block befindet sich am Rande eines Mischwaldes, der wahrscheinlich als Wind-Schutzwald aufgeforstet worden ist. Pinösch berichtete weiter, dass in unmittelbarer Nähe keine Quelle und keine prähistorische Siedlung gefunden wurde. «Dagegen wurden im Norden und Süden vom Stein oberflächlich Silexfunde gemeldet. ...Eine römische Villa wurde in ca. 400 m Entfernung ausgegraben». Wie uns bekannt ist, haben die Römer ihre Bauten in der Nähe bestehender Siedlungen, hauptsächlich in die Nähe von Kultstätten errichtet, in der richtigen Annahme, dass sich die Einwohner immer um ihre Kultstätten bemühen werden. Im Jahre 1867 wurde der Arzt Franz Josef Schild (Grenchen) auf diesen Stein aufmerksam und nahm an, dass die sogenannten Schalen künstlich in den Stein gebohrt worden sind. Bis auf die heutige Zeit waren der Zweck und die Aufgabe dieser ‚Schalen' ein Rätsel geblieben. Eine Legende, mitgeteilt von Friedli, Band Ins, sagt folgendes: «Der Zwölfistei über Biel neigt sich in jeder Quatembernacht (mit der ein Vierteljahr beginnt), wenns Zwölfi schlaat.» Eine von Prof. Heinz Schilt auf meinen Wunsch durchgeführte Vermessung ergab, dass vier künstliche Kanten an diesem Stein auf den Aufgang und Untergang der Sonne zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche und der Solstitien hinweisen, zugleich auf die Festzeiten des astronomischen Jahres der Bewohner der Bronzezeiten. Es waren dies religiöse Feiern, die den Menschen dieser Zeit ein Stück von ihrem ganzen Leben bedeuteten. Weitere Untersuchungen von Prof. Dr. H. Schilt an einem von mir in Tüscherz entdeckten Schalenstein (welcher als "Druidenstein" im amtlichen Situationsplan aufgeführt war) ergaben, dass auch die Schalen astronomisch geortet waren. Auch diese wiesen auf den Sonnenauf- und untergang zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche und der Sommer- und Wintersolstitien hin. Prof. H. Schilt berechnete mit Hilfe einer Kippregel die Azimute für den Durchgang der Sonne zur Zeit der Feste der Kelten. Die Beobachtung und Fotografie des Phänomens zur oben angegebenen Zeit bewies die Richtigkeit. Dass auch die Schalen astronomisch angeordnet sind (Sonnenortung), ist die Neuentdeckung.
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Schalen.jpg|TextSchalenstein. Die Schalen sind mit Kreide umrandet.}}
 
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Sonnenuntergang.jpg|Text=Sonnenuntergang hinter dem Schalenstein am 21.12.1975.}}
 
{{File.BildRechts|Breite=300|Bild=Schalenstein Plan Schalenbild.jpg|Text=Schalenstein. Das Schalenbild.}}
 
Ein erratischer Block befindet sich auf dem als Munters bezeichneten Feld am Nordostrande des Eichholzwaldes. Die Höhe über Meer misst 463 m. Pinösch<ref>Pinösch, St.: Die Schalensteine des Kantons Solothurn. JSoIG. 14, 1941, S. 91-150.</ref> berichtete [[1941]] (JSoIG. 14, 1941, 106-111), dass der Block auf offenem Felde südwestlich des Dorfes, an der Westabdachung eines kuppenartigen Plateaus mit freier Sicht ringsum sich befinde. «Früher war hier Eichenwald.» Diese Angaben stimmen heute nicht mehr. Der Block befindet sich am Rande eines Mischwaldes, der wahrscheinlich als Wind-Schutzwald aufgeforstet worden ist. Pinösch berichtete weiter, dass in unmittelbarer Nähe keine Quelle und keine prähistorische Siedlung gefunden wurde. «Dagegen wurden im Norden und Süden vom Stein oberflächlich Silexfunde gemeldet. ...Eine römische Villa wurde in ca. 400 m Entfernung ausgegraben». Wie uns bekannt ist, haben die Römer ihre Bauten in der Nähe bestehender Siedlungen, hauptsächlich in die Nähe von Kultstätten errichtet, in der richtigen Annahme, dass sich die Einwohner immer um ihre Kultstätten bemühen werden. Im Jahre [[1867]] wurde der Arzt [[Franz Josef Schild]] (Grenchen) auf diesen Stein aufmerksam und nahm an, dass die sogenannten Schalen künstlich in den Stein gebohrt worden sind. Bis auf die heutige Zeit waren der Zweck und die Aufgabe dieser ‚Schalen' ein Rätsel geblieben. Eine Legende, mitgeteilt von Friedli, Band Ins, sagt folgendes: «Der Zwölfistei über Biel neigt sich in jeder Quatembernacht (mit der ein Vierteljahr beginnt), wenns Zwölfi schlaat.» Eine von Prof. Heinz Schilt auf meinen Wunsch durchgeführte Vermessung ergab, dass vier künstliche Kanten an diesem Stein auf den Aufgang und Untergang der Sonne zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche und der Solstitien hinweisen, zugleich auf die Festzeiten des astronomischen Jahres der Bewohner der Bronzezeiten. Es waren dies religiöse Feiern, die den Menschen dieser Zeit ein Stück von ihrem ganzen Leben bedeuteten. Weitere Untersuchungen von Prof. Dr. H. Schilt an einem von mir in Tüscherz entdeckten Schalenstein (welcher als "Druidenstein" im amtlichen Situationsplan aufgeführt war) ergaben, dass auch die Schalen astronomisch geortet waren. Auch diese wiesen auf den Sonnenauf- und untergang zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche und der Sommer- und Wintersolstitien hin. Prof. H. Schilt berechnete mit Hilfe einer Kippregel die Azimute für den Durchgang der Sonne zur Zeit der Feste der Kelten. Die Beobachtung und Fotografie des Phänomens zur oben angegebenen Zeit bewies die Richtigkeit. Dass auch die Schalen astronomisch angeordnet sind (Sonnenortung), ist die Neuentdeckung.
 
  
 
Diese Erkenntnis wurde nun an 32 neu oder wieder entdeckten Schalensteinen ausgewertet. So auch am Schalenstein in Grenchen. Eine Schalenreihe, auffallend durch die grosse Anzahl der Schalen, weist, wie Prof. H. Schilt berechnet hat, auf den Untergang der Sonne zur Zeit der Wintersonnenwende hin. Das Phänomen wurde an einem Wintersonnenwendetag (21. Dezember 1975) beobachtet und fotografiert. Da zu dieser Jahreszeit das Mittelland oft in dichten Nebel gehüllt ist, ist die Beobachtung selten möglich. Die Genauigkeit der astronomischen Beobachtung der Kelten variiert mit der heutigen Berechnung von + oder -0.1 °. Wahrlich eine ausserordentliche Leistung der Druiden. Am oben angegebenen Datum vom 21.12.[[1975] war auch Dr. E. Müller, Kantonsarchäologe, dabei, der die Richtigkeit des berechneten Azimuts bestätigen kann. Auf Wunsch des Schreibenden wurde vor dem Schalenstein (Südwest-Seite) eine neuerliche archäologische Grabung von der Solothurnischen Kantonsarchäologie ausgeführt, wobei die Trockenmauer freigelegt wurde, die seinerzeit durch David Andrist entdeckt worden ist.
 
Diese Erkenntnis wurde nun an 32 neu oder wieder entdeckten Schalensteinen ausgewertet. So auch am Schalenstein in Grenchen. Eine Schalenreihe, auffallend durch die grosse Anzahl der Schalen, weist, wie Prof. H. Schilt berechnet hat, auf den Untergang der Sonne zur Zeit der Wintersonnenwende hin. Das Phänomen wurde an einem Wintersonnenwendetag (21. Dezember 1975) beobachtet und fotografiert. Da zu dieser Jahreszeit das Mittelland oft in dichten Nebel gehüllt ist, ist die Beobachtung selten möglich. Die Genauigkeit der astronomischen Beobachtung der Kelten variiert mit der heutigen Berechnung von + oder -0.1 °. Wahrlich eine ausserordentliche Leistung der Druiden. Am oben angegebenen Datum vom 21.12.[[1975] war auch Dr. E. Müller, Kantonsarchäologe, dabei, der die Richtigkeit des berechneten Azimuts bestätigen kann. Auf Wunsch des Schreibenden wurde vor dem Schalenstein (Südwest-Seite) eine neuerliche archäologische Grabung von der Solothurnischen Kantonsarchäologie ausgeführt, wobei die Trockenmauer freigelegt wurde, die seinerzeit durch David Andrist entdeckt worden ist.
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Wenn man auf der Landeskarte 1:25 000 vom Schalenstein Grenchen-Eichholz aus eine Gerade nach Westen über zwei im Büttenberg befindliche Schalensteine zieht, so fällt diese Gerade auf die Kirche Mett, wo mir vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern ein Schalenstein gemeldet wurde. Dieser wurde in zweiter Verwendung als Grabdeckel benutzt. Er wird wohl in der Nähe der Kirche gelegen haben, wurde aber verschoben und gedreht. Die über zwei Schalensteine gefundene Linie - einer dieser zwei Steine hat nur eine Schale - wirft die Frage nach ihrer Bedeutung auf, die noch ungeklärt ist.
 
Wenn man auf der Landeskarte 1:25 000 vom Schalenstein Grenchen-Eichholz aus eine Gerade nach Westen über zwei im Büttenberg befindliche Schalensteine zieht, so fällt diese Gerade auf die Kirche Mett, wo mir vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern ein Schalenstein gemeldet wurde. Dieser wurde in zweiter Verwendung als Grabdeckel benutzt. Er wird wohl in der Nähe der Kirche gelegen haben, wurde aber verschoben und gedreht. Die über zwei Schalensteine gefundene Linie - einer dieser zwei Steine hat nur eine Schale - wirft die Frage nach ihrer Bedeutung auf, die noch ungeklärt ist.
  
Bewiesen ist nur, dass die Schalen Sonnenortungen sind. Dr. H. Liniger<ref>Liniger, H.: Die astronomische Bedeutung des Bildsteins von Grenchen - Eichholz (Schweiz). Basler Beiträge zu den Felsbildproblemen, 8, 1974, 20 S.</ref>, Basel, hat zusammen mit Prof. H. Schilt<ref>Liniger, H. und Schilt, H.: Der astronomisch geortete Schalenstein ob Tüscherz (Biel). JbSGUF, 59, 1976, S. 215-219.</ref> die Schalensteine in Tüscherz und in Grenchen in Auswertung der erwähnten Feststellungen untersucht.
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Bewiesen ist nur, dass die Schalen Sonnenortungen sind. Dr. H. Liniger, Basel, hat zusammen mit Prof. H. Schilt die Schalensteine in Tüscherz und in Grenchen in Auswertung der erwähnten Feststellungen untersucht.
 
 
== Jungsteinzeit(ca. 4500 BIS 1800 v. Chr.)<ref>Hänni, Pier: Magisches Bernbiet. Wanderungen zu Orten der Kraft im Emmental, Schwarzenburgerland, Seeland und Mittelland. - Aarau: AT Verlag, 2003. - 320 S., ill. ISBN 3-85502-804-4 S. 290-291</ref> ==
 
 
 
Wahrscheinlich zwangen Bevölkerungszunahme und schwindende Wildbestände die Halbnomaden der Mittelsteinzeit, sesshaft zu werden. Der damit verbundene Kulturwandel veränderte ihr Leben radikal. Nicht länger ausschliesslich von dem abhängig, was die Natur ihnen bot, konnten sie nun ihre materielle Lebensgrundlage zu einem grossen Teil selbst erschaffen. Sie bauten feste Siedlungen und entwickelten das Töpfern und Weben auf ein bemerkenswertes Niveau.
 
 
 
Da das Land nach wie vor zum grössten Teil von Wald bedeckt war, wundert es nicht, dass die meisten bekannten Siedlungen dieser Zeit an Seeufern standen. Der See diente als Verkehrsweg und lieferte die begehrten Fische. Die Siedlungen waren relativ klein und bestanden aus sechs bis zwölf Häusern, deren Wände aus einem Geflecht von Weidenruten zwischen senkrecht eingeschlagenen Prahlen bestand, die innen und aussen mit Lehm verputzt wurden. Die Äcker lagen ausserhalb des Dorfes und mussten in mühsamer Arbeit durch Abbrennen und Schlagen der Bäume und Büsche dem Urwald abgerungen werden. In den Überresten der Steinzeitsiedlung von Twann wurde das älteste Brötchen Europas gefunden.
 
 
 
Funde legen nahe, dass auf dem Gebiet der heutigen Schweiz nicht mehr als fünfzig Siedlungen gleichzeitig bewohnt waren. Obwohl das Land sehr dünn besiedelt war, betrieben die Menschen regen Austausch von Dorf zu Dorf und waren auch an grossräumige Handelsrouten angeschlossen, wie Funde von Artefakten beweisen, die aus Hunderten von Kilometern entfernten Gegenden stammen.
 
 
 
In den Gräbern<ref>{{Weblinks.Wikipedia|NoList=True|Link=de.wikipedia.org/wiki/Dolmen|Text=Dolmen}}</ref> aus der Jungsteinzeit wurden Beigaben gefunden, die auf den Glauben an das Weiterleben nach dem Tod hinweisen. Die Menschen verehrten offenbar die Erde als Grosse Göttin sowie andere Naturgottheiten. Sie besassen ein erstaunliches Wissen der Astronomie, die unter anderem für die Landwirtschaft von grosser Bedeutung war. Weitere Zeugnisse des religiösen Lebens sind die Schalensteinen und andere Steinheiligtümer. Es ist anzunehmen, dass mit der Kultivierung der Natur nun weniger den Kräften der Wildnis geopfert wurde als in der Mittelsteinzeit. Im Wissen, dass sie von der Ernte und dem Nachwuchs der Hoftiere abhängig waren, entwickelten die Menschen einen Fruchtbarkeitskult mit Dankesopfern. Die neuere Forschung zeigt ein wesentlich anderes Bild der Steinzeitmenschen, als es bis vor einigen Jahrzehnten dargestellt wurde. Wahrscheinlich lebten sie ähnlich wie gewisse Stämme der amerikanischen Ureinwohner, die eine hoch entwickelte Spiritualität und Kultur besassen. Die in steinzeitlichen Gräbern gefundenen Tonpfeifen bezeugen, dass die Menschen der Jungsteinzeit, ähnlich wie die Indianer, offenbar auch Kräuter rauchten.
 
 
 
== Kultstätten<ref>Hänni, Pier: Magisches Bernbiet. Wanderungen zu Orten der Kraft im Emmental, Schwarzenburgerland, Seeland und Mittelland. - Aarau: AT Verlag, 2003. - 320 S., ill. ISBN 3-85502-804-4
 
S. 13-14</ref> ==
 
 
 
Wer im Bernbiet nach Kraftorten und magischen Landschaften sucht, stösst unweigerlich auf Standorte urgeschichtlicher Siedlungen und Kultstätten. Da damals Land im Überfluss vorhanden war, wurde der Ort zum einen zweifellos nach seiner Sicherheit, der Verfügbarkeit von Nahrung, dem Klima und dem Anschluss an die wenigen Verkehrswege gewählt. Unter den Orten, die ihren Anforderungen entsprachen, wählten die Menschen der Frühgeschichte dann aber wohl jene Plätze aus, von deren energetischen oder magischen Eigenschaften sie sich angesprochen fühlten. Daher kann man davon ausgehen, dass Standorte alter Siedlungen schon deshalb besondere bioenergetische Eigenschaften haben. Das gilt im besonderen Masse für Kultstätten, denn ihre Standorte wurden sorgfältig gewählt. Die Schamanen oder Druiden spürten die «inneren» Kräfte der Natur, nahmen den Geist des Ortes unmittelbar wahr.
 
 
 
Zahlreiche alte Kultstätten des Bernbiets lagen auf Hügeln, die wie Inseln vom sumpfigen, mit Urwald bewachsenen Talboden umgeben waren. Im überbauten Mittelland bilden sie auch heute wieder Inseln der Natur inmitten der Kulturlandschaft. Auf ihnen liegen noch immer zahlreiche Zeugen der einstigen Heiligtümer. Vermutlich sind jedoch viele der alten Kultstätten in Vergessenheit geraten. Dank der intensiven Erforschung der urgeschichtlichen Stätten des Bernbiets in den letzten drei Jahrhunderten konnten zahlreiche Standorte untersucht und unter Schutz gestellt werden. Sie sind seltene, wertvolle Zeugen der Kultur des hiesigen Altertums und eindrückliche Kraftorte.
 
  
Neben den erhöhten Bioenergien wirken bei prähistorischen Stätten auch Schwingungen, die sich kaum fassen lassen. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass im Kraftfeld von Orten Informationen aus der Vergangenheit gespeichert sind. Die Menschen, die an diesen Orten die Verbindung zum Mysterium fanden, haben gewissermassen einen Pfad geschaffen, der uns wiederum den Zugang erleichtert. Jenseits des trennenden Denkens ist alles miteinander verbunden. Innen und aussen, Vergangenheit und Zukunft, das Ich und die Welt. Ein schamanisierender Freund vergleicht Kultstätten mit Zugängen zu einem multidimensionalen kosmischen Internet, das unabhängig von Zeit und Raum existiert. Kultstätten sind Verbindungen zur Weisheit der Vorfahren. Es ist deshalb hilfreich zu wissen, wie diese lebten. Eingestreut finden Sie Hintergrundtexte zu den verschiedenen Phasen der jüngeren Urgeschichte. Oft sind Kultstätten mit Sagen verbunden. In vielen Fällen erzählen diese kaum noch die ursprüngliche Begebenheit, doch allein die Tatsache, dass eine Sage überliefert ist, verweist auf die Bedeutung dieser Orte.
 
  
Um die Kraft eines Ortes aufzunehmen, bedarf es der entsprechenden Einstellung. Die Wirklichkeit der Kraftorte liegt ausserhalb der engen kulturellen Schranken, zwischen denen sich unser Normalbewusstsein bewegt. Was taten aber die Menschen früher, um den Zugang zu den Kräften ihrer heiligen Stätten zu finden? Sie überreichten dem Geist des Ortes Gaben und versetzten sich mittels verschiedener Methoden auf eine andere Ebene des Bewusstseins. Genau das tun noch heute viele Mitglieder von Naturvölkern, aber auch zunehmend Menschen der industrialisierten Welt, die den Wert solcher Handlungen wiederentdeckt haben.
 
  
== Dank ==
 
Ganz besonders danke ich [[Alfred Fasnacht]] für seine spontane Bereitschaft mitzuhelfen. Seine Anregungen zum Thema waren wertvoll und die Zusammenarbeit habe ich als sehr angenehm erlebt, ebenso sein speditives Arbeiten. Ich danke ihm auch für sein grosses Wissen und Können im Internet-Bereich.
 
  
Ein grosser Dank gilt auch Pier Hänni, Bern, der auf Anfrage hin sofort einwilligte, dass wir drei Kapitel aus seinem Buch "Magisches Bernbiet" als historischen Kontext zum Grenchner Schalenstein übernehmen durften.
 
  
Danken möchte ich ebenso meiner Frau Doris Kunz; Ernst Müller, Grenchen, ehemaliger Kantonsarchäologe des Kt. Solothurn; Salome Moser, [[Stadtarchiv]] Grenchen; René Inderkummen, Grenchen, Präsident der [[Museums-Gesellschaft]] Grenchen. Ein Dankeschön gilt auch dem Amt für Kultur Grenchen.
 
  
Walter Kunz, Grenchen
 
  
== Literaturverzeichnis ==
 
  
* Bleuer, Elisabeth: Das Geheimnis der Schalensteine. Neues Bieler Jahrbuch 1985, Biel 1986.
+
== Einzelnachweis ==
* Hänni, Pier: Magisches Bernbiet. Wanderungen zu Orten der Kraft im Emmental, Schwarzenburgerland, Seeland und Mittelland. - Aarau: AT Verlag, 2003. - 320 S., ill. ISBN 3-85502-804-4. S. 40-42
+
<references />
* Liniger, H.: Die astronomische Bedeutung des Bildsteins von Grenchen - Eichholz (Schweiz). Basler Beiträge zu den Felsbildproblemen, 8, 1974, 20 S.
 
* Liniger, H. und Schilt, H.: Der astronomisch geortete Schalenstein ob Tüscherz (Biel). Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 59, 1976, S. 215-219.
 
* Matile, Hubert.: Prähistorisch bearbeitete Steine in der Gegend von Biel. Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 59, 1976, S. 213.
 
* Matile, Hubert: Der Schalenstein in Grenchen-Eichholz. - Vorbemerkung von Ernst Müller. - Archäologie des Kantons Solothurn 1/1979, S. 9-11.
 
* Pinösch, St.: Die Schalensteine des Kantons Solothurn. Jahrbuch für Solothurnische Geschichte. 14, 1941, S. 91-150.
 
* Schwegler, Urs: Schalen- und Zeichensteine der Schweiz. Basel : Verlag Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 1992, 278 S. : Ill., Pläne, Tab. Reihe: Antiqua 22, ISBN 3-908006-14-7
 
* Strub, Werner: Heimatbuch Grenchen. Solothurn, 1949. - XVI, 758 S., ill. S. 4 – 7
 
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
* Textrecherchen, Auswahl, Zusammenstellung: Walter Kunz, pens. Bezirkslehrer sprachlich-historischer Richtung und Kulturführer.
 
* Textrecherchen, Auswahl, Zusammenstellung: Walter Kunz, pens. Bezirkslehrer sprachlich-historischer Richtung und Kulturführer.
 
* Schalensteine, Text von Pier Hänni
 
* Schalensteine, Text von Pier Hänni
* Der Schalenstein auf dem Breitholz von Werner Strub
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* Werner Strub
* Der Schalenstein in Grenchen von H. Matile
 
* Jungsteinzeit von Pier Häni
 
* Kultstätten von Pier Häni
 
 
 
{{Einzelnachweis}}
 
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
{{Weblinks.Wikipedia|Link=de.wikipedia.org/wiki/Schalenstein|Text=Schalenstein}}
 
{{Weblinks.Wikipedia|Link=de.wikipedia.org/wiki/Schalenstein|Text=Schalenstein}}
* [http://www.grenchen.ch/dl.php/de/20070618171935/Findlingsgarten%2BFlyer.pdf Findlingsgarten Grenchen] (Moosbach)
 
* [http://www.laengholz.ch/index.html#start Findlingsreservat L&auml;ngholz] Biel
 
* [http://www.steinmuseum.ch/ Steinmuseum] Soloturn
 
* Daniel Reichmuth: [http://www.erratiker.ch erratiker.ch]
 
* [http://www.zalp.ch/archiv/zalps/zero/ze_me.html Megalithe, Schalensteine, Menhire]. Marianne Schneider, Grundlage: U. u. G. Büchi: Die Megalithe der Surselva, Desertina<
 
* Falera GR: Offizielle Website des [http://www.parclamutta.falera.net/ Parc La Mutta Falera] - Megalithische Kultstätte.
 
* [http://www.archaeologie-schweiz.ch/ Archäologie Schweiz]. Früher: Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte SGUF.
 
 
[[Kategorie:Altertum]]
 

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