Haller-Haus

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Haller-Haus
Jurastrasse 101
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Haller-Haus, Detailansicht

Das Haus für alle Gelegenheiten[Bearbeiten]

Das kubische Einfamilienhaus in der grünen Wiese gegenüber dem Spital Grenchen besticht durch seine klare Formsprache. Aber weitaus interessanter ist die Tatsache, dass hier eine Philosophie konsequent umgesetzt wurde. Dieser Bau zeigt, dass das alte Wunschbild einer Architektur, die à la Meccano funktioniert, tatsächlich realisiert werden kann. Das Gebäude lässt sich zusammenfügen, variieren und wieder demontieren und anderswo aufbauen, wobei es Standort, Form und Zweckerfüllung problemlos wechseln kann. Das heutige Wohnhaus blickt aus diesem Grund auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich diente es als Ausstellungstand für die bekannte USM-Möbel-Linie. Zuerst an der Hannovermesse 1974 und anschliessend am Produktionsstandort der Möbel in Bühl. Der geistige Vater der Konstruktion sowie der Möbel ist Fritz Haller aus Solothurn. Er prägte die Jurasüdfuss-Architektur massgebend mit. Der Architekt Remo Bill, der vier Jahre im Architekturbüro von Fritz Haller arbeitete, erwarb die Stahlbauelemente und lagerte sie rund zwei Jahre in Selzach ein. Diese Zeit wurde notwendig, um ein geeignetes Stück Land zu finden und die Baukommission zu überzeugen, den Bau doch zuzulassen. Das Gebäude ist eine modulare Stahlkonstruktion auf einem Betonsockel aufgebaut. Das Raster von 1.2 Meter wurde für den Innenausbau konsequent übernommen. Streng nach dem Motto:

"Wenige ist Mehr."

In diese Konstruktion von 9.60 auf 9.60 Meter sind die Fassadenelemente eingefügt. Innenwände stehen nur im Obergeschoss, diese lassen sich aber problemlos versetzen. Das Erdgeschoss ist als Einraum konzipiert und lässt die verschiedenen Nutzungen ineinander fliessen. Für die meisten ist der filigrane, transparente Bau gewöhnungsbedürftig. Eigentlich versteckt sich hier das Konstruktive nicht hinter einer Fassade. Bei genauem Hinschauen erkennt man die überragende Idee des Baus.

Andere Haller-Gebäude in der näheren Umgebung[Bearbeiten]

  • Gebäude der Firma Agathon in Bellach

Erwähnungen[Bearbeiten]

  • Das Wohnhaus von Remo Bill und zwölf weiteren ausgewählten architektonischen Ansichten begegnen wir im Führer "Architektonische Ansichten" mit Fotos des Solothurners Hansruedi Riesen.
  • Das Buch: «Baukultur im Kanton Solothurn 1940-1980: ein Inventar zur Architektur der Nachkriegsmoderne» von Michael Hanak im Auftrag der Solothurner Denkmalpflege dokumentiert das Hochhaus auch. Verlag Scheidegger & Spiess, 2013, ISBN 385881394X, ISBN 9783858813947. präsentiert sich mit zwölf weiteren ausgewählten architektonischen Ansichten im Führer "Architektonische Ansichten" mit Fotos des Solothurners Hansruedi Riesen.

Das Buch: «Baukultur im Kanton Solothurn 1940–1980» von Michael Hanak im Auftrag der Solothurner Denkmalpflege dokumentiert das Haller-Haus auch.

Weblinks[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

  • Text von Lukas Walter
  • Gespräch mit Hausbesitzer Remo Bill